THP Familienrechtskanzlei, Bremen
       
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Nachehelicher Unterhalt - keine Korrektur?

Seit dem 01.03.2013 gilt die Neufassung des § 1578b BGB. Der Gesetzgeber hat hier die Unterhaltsrechtsreform vom 01.01.2008 an einer wesentlichen Stelle nachgebessert. Ein Kernstück der Reform von 2008 war die sehr deutliche Ausweitung der Möglichkeit einer Herabsetzung und zeitlichen Befristung des Unterhaltes nach der Ehescheidung. Vor allem für Frauen, die viele Jahre lang den Haushalt geführt und Kinder erzogen hatten, bedeutet dies oft eine ungerechte Härte. Nun hat der Gesetzgeber nach vielfacher und heftiger Kritik die »Dauer der Ehe« als insbesondere zu berücksichtigenden Umstand in die gesetzliche Bestimmung aufgenommen. Ob damit die zeitliche Dauer einer Ehe zu einer Stärkung nachehelicher Unterhaltsansprüche führen wird, ist jedoch weiterhin eine offene Frage. Die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes hatte das Problem bereits erkannt und unter dem Argument der »nachehelichen Solidarität« den Unterhaltsanspruch nach einer langen Ehe verstärkt. Werden die Gerichte die gesetzliche Neuregelung nur als Bestätigung ihrer Rechtsprechung begreifen oder bei längeren Ehen auch einen längeren nachehelichen Unterhalt zusprechen? Das bleibt noch abzuwarten.